Wie nachhaltig kann exotisches Obst aus Deutschland sein?

Geposted von Fabienne Bürkin am

Obstparadies Staufen: „Gamechanger“ für die ökologische Landwirtschaft der Zukunft

Ihr denkt auf einer badischen Streuobstwiese wachsen nur Äpfel, Birnen und Zwetschgen? Wie langweilig! Dachte sich auch Familie Geng aus Staufen im Markgräflerland. Im Obstparadies Staufen haben sie ihren ganz persönlichen Garten Eden geschaffen. Okay, Mirabellen und Quitten passen auch noch irgendwie ins Bild von Deutschlands Streuobstwiesen. Aber habt ihr hier auch schon mal Kakis, Indianerbananen oder Aronia wachsen sehen? Und das auch noch im schönen Baden! 

Auch ich war überrascht, als ich die außergewöhnlichen Produkte vom Obstparadies Staufen kennenlernen durfte. Hinter den exotischen Fruchtkombis bei Aufstrichen, Essigspezialitäten, Säften, Likören & Co. steckt ein innerer Antrieb: Aus der Leidenschaft für ungespritztes Obst und alte Sorten ist ein ausgewachsener Familienbetrieb mit eigenen Streuobstanlagen geworden, in dem immer noch die anfängliche Vision Mittelpunkt steht. Unkonventionell, unangepasst und mit ganz viel Herzblut produziert. Ja, das passt ausgezeichnet zu Badisch gut leben!

Und weil wir finden, dass so viel Einsatz für hochwertige Lebensmittel gewürdigt werden muss, ist das Obstparadies Staufen auch unser Unternehmen des Monats.

Was macht das Obst so besonders? 

Im Gegensatz zu konventionellen Obstintensivkulturen haben die Streuobstwiesen hier noch nie ein Pflanzenschutzmittel zu Gesicht bekommen. Nicht nur das hat Obstbauer Martin Geng unter anderem schon den Titel „Obstrebell“ eingebracht, wie die FAZ letztes Jahr titelte. Er behandelt seine Bäume weder chemisch, noch biologisch. Und auch beim Bundeswettbewerb „Land.Vielfalt.Leben 2021“ gewinnt der Betrieb den Preis für die besonders insektenfreundliche Landwirtschaft - ausgezeichnet von der Bundesministerin für Landwirtschaft und Ernährung höchstpersönlich. Denn im Obstparadies Staufen wollen sie nicht nur etwas gegen das Insektensterben tun. Sie tun es einfach. Weil sie wissen, dass Insektizide nicht zwischen nützlichen und schädlichen Insekten unterscheiden und auch die töten, die wir Menschen für die Blütenbestäubung unserer Nutzpflanzen brauchen. Aber oftmals lohnt sich nachhaltiges Wirtschaften beim kommerziellen Anbau für die Produzent:innen nicht, weil Konsument:innen sich Masse und Beständigkeit im Obstregal wünschen. Wir entziehen wir uns also mit der unbewussten Unterstützung von konventioneller Landwirtschaft die eigene Lebensgrundlage. 

Eine Landwirtschaft, wie sie vor Spritzmitteln war

Dass es so nicht weitergehen kann, fand auch Martin Geng, als er vor über zehn Jahren einen Entschluss fasste und verwilderte Streuobstwiesen aufkaufte. Alles, was er heute über den Obstanbau wie zu Großmutters Zeiten weiß, musste er selbst herausfinden und sich erarbeiten. Doch vieles erschließt sich auch aus reiner Logik. Wenn man vielfältige Pestizide versprüht oder den Boden überdüngt, sterben nicht nur Insekten, sonder auch das Bodenleben und damit die Nährstoffe, die Pflanzen dringend zum Leben brauchen. Das natürliche Ökosystem kann nur funktionieren, wenn Landwirt:innen Problemen wie Mehltau, Schädlinge und Trockenheit natürliche Mittel entgegen halten - und die gibt es auch. Doch das hat seinen Preis: Rund um die Hälfte reduziert der besonders natürlich Anbau seine Erträge selbst gegenüber anderen Biobauern. Was viele nicht wissen: „Bio“ weist ein Obst noch lange nicht als ungespritzt aus. Umso mehr weiß Martin Geng, wofür er täglich auf die Wiesen geht und arbeitet. Und er ist überzeugt, dass sein Konzept sich auch auf die gesamte Landwirtschaft übertragen ließe.

Mit dem Erfolg ist es wie mit dem Wohlstand: Er wird nur an wirtschaftlichen Faktoren gemessen, anstatt an Werten, die ihn dann auch lebenswert machen. Alle Faktoren, die beim Bruttoinlandsprodukt vernachlässigt werden - Glück, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit - stehen oft ebenso unbeachtet der Qualität, Umweltschutz und Schutz von Artenvielfalt beim unternehmerischen Erfolg in der Landwirtschaft gegenüber. Nicht selten verlieren viele von uns in ihrem Streben nach einem erfüllten Leben durch diese Norm das Wesentliche aus den Augen. Martin Geng ist ein Beispiel dafür, sich dem entgegenzustellen. 

Lust, eine ökologische Katastrophe zu verhindern?

Also ich möchte auch in Zukunft noch erleben, wie fleißige Bienchen und Insekten sich zwischen bunten Wiesen und Nutzpflanzen tummeln. Und durch ihren tatkräftigen Einsatz Obst, Früchte, Gemüse und Beeren auf meinem Teller haben. Ihr auch? Dann sollten wir alle unseren Teil dazu beitragen und gerade im Obstbau eine umweltverträgliche und insektenfreundliche Landwirtschaft unterstützen. Viele Leute sind sich nicht sicher, wie sie was bewegen können oder denken, ihr Leben und Handeln als einzelnes hätte keine Auswirkung auf die Umwelt oder die politische Richtung. Dabei ist es ganz einfach: Mit unserer Kaufentscheidung für ein ökologisch erzeugtes Produkt, lokal und fair produziert, können wir Landwirte mit nachhaltigen Werten unterstützen und tragen so zu einer lebenswerten Zukunft bei. Seid ihr dabei?

Badische Produkte müssen raus in die Welt

Warum es gerade in Baden so viele Produzent:innen gibt, die mit ihrem Handeln einen Unterschied machen wollen? Vielleicht ist es die Nähe zum Schwarzwald mit seiner einzigartigen Natur, die es zu erhalten gilt. Vielleicht auch, weil wir im Süden sehr heimatverbunden sind und gemeinsam etwas anpacken wollen. Fakt ist, zumindest für uns waren das entscheidende Faktoren bei der Gründung von Badisch gut leben. Wir wollen Winzer:innen und Landwirt:innen, die im Einklang mit der Natur arbeiten, fördern und zugleich unseren Teil dazu beitragen, dass ihre erstklassigen Produkte den Weg in eure Hände finden! Nachhaltiges Wirtschaften ist für uns ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, mit welchen Unternehmen wir jetzt und in Zukunft zusammenarbeiten.

Artenvielfalt und Umweltschutz sind keine Option, wie es in der Gesellschaft heute wahrgenommen und leider in der Politik auch noch durch die Parteien dargestellt wird. Die Umwelt zu erhalten und enkeltauglich zu wirtschaften ist für die Zukunft aller Menschen ein Muss. Deshalb sind wir stolz, unter anderem das Obstparadies Staufen mit Badisch gut leben unterstützen zu dürfen!

Leckere Paradies-PricklerFruchtaufstriche und Liköre mit außergewöhnlichen Geschmackskombinationen findet ihr bei uns im Shop. Diesen Monat gibt es auf die Produkte Rabatte und ein Gewinnspiel, bei dem ihr ein kleines Kombi-Paket gewinnen könnt. Folgt uns auf Instagram, um auf dem Laufenden über aktuelle Gewinnspiele zu bleiben!

Für noch mehr Leckereien und Geschichten aus der ökologischen Landwirtschaft und Philosophie der Familie Geng, schaut doch auch gerne mal direkt bei Obstparadies Staufen vorbei. 


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